Beinhauer IT Verschlüsselungstrojaner: erste Schritte

Verschlüsselungstrojaner im Betrieb: die ersten Schritte

Trennen Sie betroffene Geräte sofort vom Netzwerk, indem Sie das Netzwerkkabel ziehen und das WLAN abschalten, lassen Sie sie aber eingeschaltet. Melden Sie sich nicht mehr mit Administrator-Konten daran an, zahlen Sie kein Lösegeld und holen Sie früh fachliche Hilfe. So empfiehlt es auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Woran Sie einen Verschlüsselungstrojaner erkennen

Dateien lassen sich nicht mehr öffnen oder haben eine fremde Endung, auf dem Bildschirm oder in den Ordnern liegt eine Nachricht mit einer Zahlungsforderung, Programme und Netzlaufwerke funktionieren plötzlich nicht mehr. Solche Schadsoftware heißt auch Ransomware.

Schritt für Schritt

  1. Ruhe bewahren. Handeln Sie zügig, aber ohne überstürzte technische Aktionen.
  2. Vom Netz trennen. Ziehen Sie an den betroffenen Geräten das Netzwerkkabel und schalten Sie das WLAN aus. Nicht herunterfahren und nicht ausschalten: Für die spätere Analyse werden Spuren im Arbeitsspeicher gebraucht.
  3. Sicherungen schützen. Ziehen Sie angeschlossene Sicherungsfestplatten ab und schließen Sie keine Sicherung an, um „nur mal nachzusehen“.
  4. Keine Anmeldungen mit Administrator-Konten an betroffenen Geräten. Zugangsdaten, die dort gespeichert sind oder eingegeben werden, gelten als nicht mehr sicher.
  5. Erpresserschreiben fotografieren, am besten mit dem Handy. Nehmen Sie keinen Kontakt zu den Erpressern auf.
  6. Hilfe holen und intern informieren: Ihren IT-Dienstleister, die Geschäftsleitung und, falls vorhanden, den Datenschutzbeauftragten.
  7. Dokumentieren: Wer hat wann was bemerkt, welche Geräte sind betroffen, was wurde schon getan?
  8. Anzeige erstatten bei der Polizei. Für Unternehmen gibt es in jedem Bundesland eine Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC).

Was Sie besser nicht tun

  • Kein Lösegeld zahlen. Auch nach einer Zahlung ist nicht sicher, dass die Daten wieder entschlüsselt werden.
  • Nicht zuerst den Virenscanner laufen lassen. Er verändert Spuren. Das BSI rät, Virenschutzprogramme erst nach der Trennung vom Netz und in Abstimmung mit den Fachleuten einzusetzen.
  • Keine Dateien löschen, umbenennen oder „aufräumen“ und keine Entschlüsselungs-Tools aus dem Internet ausprobieren.

Wie es danach weitergeht

Befallene Geräte gelten als vollständig kompromittiert und werden in der Regel neu aufgesetzt. Alle Passwörter, die dort gespeichert oder benutzt wurden, werden geändert. Bevor Daten zurückgespielt werden, wird geprüft, ob die Sicherung sauber ist. Wie lange das dauert, hängt von der Größe des Netzwerks ab. Diese Arbeit gehört in fachkundige Hände.

Prüfen Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, ob eine Meldung an die Datenschutzaufsicht nötig ist (Art. 33 DSGVO, innerhalb von 72 Stunden). Unternehmen, die unter NIS-2 fallen, haben zusätzliche Meldepflichten.

Wann Sie Hilfe holen sollten

Sofort. Rufen Sie uns an: +49 2306 946898-0, Mo–Fr 9–17 Uhr. Bis Hilfe da ist, bleiben die betroffenen Geräte getrennt und unverändert. Das bremst die Ausbreitung und erhält die Spuren.

Passende Themen

Die Schritte folgen den Checklisten des BSI zum IT-Sicherheitsvorfall und dem Papier „Ransomware: Erste Hilfe bei einem schweren IT-Sicherheitsvorfall“. Sie ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Soll ich den PC bei einem Verschlüsselungstrojaner ausschalten?

Nein, wenn der Vorfall untersucht werden soll. Trennen Sie das Gerät vom Netzwerk, also Kabel ziehen und WLAN aus, und lassen Sie es eingeschaltet. So bleiben Spuren im Arbeitsspeicher erhalten.

Sollte ich das Lösegeld zahlen?

Nein. Auch nach einer Zahlung ist nicht sicher, dass Sie Ihre Daten zurückbekommen. Erstatten Sie stattdessen Anzeige und lassen Sie die Wiederherstellung aus einer sauberen Sicherung planen.

Wo zeige ich einen Angriff an?

Bei der Polizei. Für Unternehmen gibt es in jedem Bundesland eine Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC). Dokumentieren Sie vorher, was passiert ist und was Sie getan haben.

Sprechen wir darüber

Schildern Sie kurz, was Sie brauchen oder was nicht rund läuft. Wir melden uns zeitnah bei Ihnen.

Telefon
+49 2306 946898-0
E-Mail
info@beinhauer.it
Erreichbar
Mo–Fr 9–17 Uhr
Anschrift
Beinhauer IT
August-Wegmann-Str. 63
44532 Lünen